Pulver-3D-Drucker für den Schreibtisch

Quelle: Alex Budding
Drucker, die dreidimensionale Objekte herstellen können, gibt es schon seit einigen Jahren und neu entwickelte Geräte werden immer kleiner. Der Vorteil von 3D-Druckern liegt jedoch weniger in der Massenproduktion von immer gleichen Objekten. Vielmehr können sehr einfach individuell angepasste, maßgeschneiderte Einzelstücke erzeugt werden, beispielsweise für medizinische Teile, technische Ersatzteile oder Prototypen. Dabei steht eine Vielzahl von anspruchsvollen Werkstoffen mit unterschiedlichen mechanischen, optischen und thermischen Eigenschaften zur Verfügung.

Alex Budding von der niederländischen Universität Twente veröffentlichte in der vergangenen Woche auf Thingiverse nun den 3D-Drucker Pwdr Model 0.1, der sich ebenfalls für eine platzsparende Nutzung eignen würde, jedoch mit einem neuen Verfahren arbeitet. Die im Rahmen seiner Abschlussarbeit in Maschinenbau entwickelte und gebaute Maschine ist bislang das einzige Exemplar.

Bisherige 3D-Drucker erzeugten die gewünschten Objekte auf verschiedene Weise. Stereolithografie-Drucker beispielsweise erzeugen die gewünschten Objekte in einem kleinen Becken mit flüssigem Kunstharz. Das Kunstharz wird genau dort hart, wo man es intensiv mit Licht bestrahlt. Schicht für Schicht wird das Kunstharz dann so an einander angelagert, bis das Objekt vollständig ausgehärtet ist. Damit lassen sich auch komplizierte geometrische Objekte herstellen. Beim Fused-Depositing-Modeling-Verfahren (FDM) hingegen wird ein erhitzter Plastikschweißdraht durch eine Düse gepresst und dann Schicht für Schicht die Objekte aufgebaut.

Der 3D-Drucker Pwdr Model 0.1 arbeitet nun mit einer am MIT entwickelten Fertigungstechnik. Schicht für Schicht füllt der Drucker den Bauraum mit einem Pulver. Die zum Objekt gehörenden Teile werden dabei selektiv mit einem Bindemittel verklebt. Die fertigen Objekte befinden sich dann in dem Bauraum bzw. einem Quader aus losem Gipspulver, aus welchem sie wieder freigelegt werden müssen.

Die ebenfalls bei Thingiverse abgelegten Konstruktionspläne sind von Budding bewusst als Open Source verfügbar: "Ich hoffe, dass mit der Veröffentlichung auf Thingiverse auch andere Menschen dazu inspiriert werden, eine Pwdr-Maschine nachzubauen und die Entwicklung weiterzubringen." Die Pwdr-Skripte finden sich auf GitHub.

(ag)

 

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