iCloud-Konto von US-Journalisten gehackt

Quelle: Julien Christ / pixelio.de
Hacker hatten sich am vergangenen Wochenende Zugang zum iCloud-Konto des amerikanischen Journalisten Mat Honan verschafft. Der oder die Angreifer gingen sehr gründlich vor und löschten per Fernwartung sowohl alle mit der iCloud verbundenen Geräte, als auch die E-Mail- und Twitter-Konten des Opfers.

Als Honans iPhone selbstständig rebootete, erschien der Set-Up-Bildschirm und das Gerät akzeptierte die Daten seines iCloud-Kontos nicht mehr. Nach etwa 15 Minuten war der Spuk vorbei und iPhone sowie iPad des Journalisten gelöscht und die Daten verschwunden. Bevor auch das MacBook gelöscht werden sollte, konnte Honans dies mit einem schnellen Ausschalten verhindern. Im nächsten Schritt wurden seine E-Mail-Konten und auf diesem Wege auch Honans Twitter-Account Gizmodo übernommen.

Der Journalist ging von einem gewöhnlichen Brute-Force-Angriff aus, bei dem sein Passwort erraten wurde. Nach dem Angriff meldete sich jedoch ein Hacker bei Honan und erklärte ihm, dass er das iCloud-Konto durch Überlistung des Apple-Supports übernehmen konnte. Durch Social-Engineering umging er die Sicherheitsabfrage und ließ sich ein neues Passwort zuschicken. Ein eigens abgestellter Apple-Mitarbeiter soll nun den Fall prüfen und die Daten sofern möglich wieder herstellen.

Was ist eine Cloud?

Unter einer Cloud („Wolke“) wird Speicherplatz ähnlich eines Webspaces verstanden. Der Unterschied besteht hierbei darin, dass die Cloud-Anbieter die Synchronisation der Daten zwischen der Cloud und dem Computer selbst und automatisiert managen. Um die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes der hochgeladenen Daten zu minimieren, lagert die persönliche „Cloud“ dabei in der Regel auf mehreren Servern. Durch die Synchronisationsfunktion hat der Nutzer im Idealfall auf allen mit der Cloud verbundenen Geräten dieselben Daten zur Verfügung. Viele große Internet-Unternehmen bieten  eigene Cloud-Dienste an, wie etwa Google Drive, iCloud, SkyDrive, Dropbox, oder Wuala.

Bedenken gegenüber der Cloud

Steve Wozniak, Mitbegründer von Apple, drückte am Samstag vor der Aufführung des Apple-kritischen Theaterstücks „The Agony and the Ecstasy of Steve Jobs“ Bedenken gegenüber dem Cloud Computing aus: „Ich mache mir wirklich Sorgen darüber, dass alles in die Cloud geht. Ich denke, es wird entsetzlich. Ich denke, es kommen in den nächsten fünf Jahren enorme Probleme auf uns zu.“ Er erklärte weiter: „In der Cloud gehört einem nichts. Dazu muss die Zustimmung erteilt werden. Ich will aber das Gefühl haben, dass mir etwas gehört.“

(ag)

 

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