Hiptype – Software überwacht E-Book-Nutzung

Quelle: Hiptype

Mittels einer Software des US-Start-Ups Hiptype können Verlage die Lesegewohnheiten von E-Book-Nutzern überwachen. Bislang konnten nur die reinen Verkaufszahlen der E-Books gemessen werden. Weitere Anhaltspunkte für Kundenwünsche können Verlage und Buchhändler aus Buchkritiken und über den Weg der Marktforschung in Erfahrung bringen. James Levy und Sohail Prasad von Hiptype wollen nun Webtracking-Verfahren auch für E-Books nutzen.

 

Die auf JavaScript basierende Analysesoftware deckt den Umgang der Nutzer mit E-Books auf. So sind sowohl Lesebeginn als auch -abbruch ersichtlich, welche Zitate mit anderen Nutzern getauscht werden und auch die erste überhaupt genutzte Seite des Buches. Leseproben können auch mit der Software ausgestattet werden. Aktuell testen einige Verlage die Software, die bereits im Apple iBookstore läuft. Auf dem Kindle von Amazon kontrolliert jedoch das Online-Versandhaus selbst den Zugang.

 

Für etwa 20 bis 100 Doller pro Buch und Monat können mit der Software die Lesegewohnheiten von 1000 bis 500.000 Nutzern getrackt werden. Mit Hilfe der erfassten Vorlieben können dem Leser automatisch neue Bücher vorgeschlagen werden.

 

Probleme mit dem Datenschutz

 

Dass das Surfverhalten im Web potentiell untersucht wird, ist den meisten Usern bekannt. Die Beobachtung beim privaten Lesen könnte hingegen weniger gut ankommen. Hiptype wolle jedoch nur anonymisierte Daten speichern und den Nutzern zumindest nachträglich auch erlauben, sich nicht mehr „tracken“ zu lassen.

 

Die Netzbürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) kritisiert diese Verfahren. So werden auch ohne Hiptype bereits viele Rechte an den Nutzerdaten gesichert und auch der Kindle überträgt zahlreiche Nutzungsinformationen an die eigenen Server. Google Books geht ähnlich gründlich bei der Datenerfassung vor.

 

Ergebnisse des Nutzer-Trackings vor dem Hintergrund, wann ein Buch erfolgreich ist, hat Hiptype bereits in einer Infografik zusammengetragen, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. Den Global2Social-Artikel mit der Infografik finden Sie hier.

 

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