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Gepostet on Jun 28, 2012 in Lustiges & Witziges | Keine Kommentare

“Ergo” sprach ElSchnuppero… Wo ist meine dunkle Seite der EM 2012?

“Ergo” sprach ElSchnuppero… Wo ist meine dunkle Seite der EM 2012?

Die wöchentliche Kolumne von ElSchnuppero zum aktuellen Nonsens.

 

Die EM 2012 geht langsam ihrem Ende entgegen. Deutschland wird mit einem knappen 1:2 gegen Italien das Turnier erfolgreich beenden und alle werden sich im Nachhinein darüber freuen, was für ein fröhliches Fest der Kulturen, Freude und Toleranz wir doch mit der Europameisterschaft erleben durften. Da kommen Leute, die mal wieder das Haar in der Suppe suchen und nur rumnörgeln wollen, gar nicht gut an. Tja, Pech gehabt. Sie sind jetzt hier und müssen es ertragen. ElSchnuppero Anfang 20

 

Wussten Sie eigentlich, dass besonders die ukrainischen Spielstätten mit sehr viel Blut erkauft worden sind? Wahrscheinlich nicht, deswegen erzähle ich Ihnen dies jetzt auch. Wie die meisten Staaten machte sich die Ukraine natürlich Sorgen um ihr Image und ihre Außenwirkung, wenn erst einmal die ganze Welt dem wirklich unterdurchschnittlichen Gekicke gebannt folgen würde. Daher entschloss sich die ukrainischen Bürokratie zu einer ausführlichen Säuberungsaktion. Man investierte Unsummen, um herrenlose Hunde und Katzen in den Straßen und Hinterhöfen zu fangen und zu töten. Bereits im November 2011 resultierte aus den Tötungswellen erste Unstimmigkeiten unter den Sponsoren und die Ukraine versprach Besserung. In Kiew entspannte sich die Situation, in anderen Austragungsorten der EM 2012 wurde weiterhin fleißig das eigene Image aufpoliert und Tiere mit Giftködern erlegt oder in Käfigen dem Hungertod überlassen. Allein im Spielort Donezk wurden noch kurz vor der Europameisterschaft monatlich bis zu 7.000 Hunde und Katzen getötet.

 

Doch nicht nur in diesem Bereich ist die Europameisterschaft mehr als dunkel gezeichnet. Die UEFA hatte kurz vor Beginn der Spiele eine Kampagne unter dem Titel „Exchange your Jersey“ gestartet, die zu gegenseitigem Respekt und Toleranz aufrufen sollte. So weit, so gut. Dass diese Kampagne jedoch von den meisten Fans ignoriert wird, war leider vorherzusehen. Ebenso wie es deutlich wurde, dass die polnische Aussage „Polen hat kein Rassismus-Problem.“ ein wenig verzweifelt wirkte. Leider hat sich gezeigt, dass der Rassismus bei den Spielen der EM 2012 nicht nur ein kleiner Zaungast ist. Wiederholt wurden rassistische Gesänge und Sprechchöre in den Stadien laut, manche auch gegen einzelne Spieler. Die deutschen Fans skandierten fröhlich „Sieg!“ und hingen Banner mit Sprüchen der Wehrmacht auf. Wie auch bei vielen anderen Nationen wurden die betroffenen Verbände kurz darauf mit Geldstrafen belegt. Doch der traurige Höhepunkt ereignete sich nicht in den Stadien, sondern in den Straßen Warschaus am 12. Juni. Dort sammelten sich hunderte polnische Rechtsextremisten, um gemeinsam russische Fans anzugreifen, die in einer Gruppe von über 1.000 Menschen zum Stadion zogen. Es gab über 100 Verletzte.

 

Zu guter Letzt sollte der Vollständigkeit halber auch noch der Fall von Julia Timoschenko, der ehemaligen Regierungschefin der Ukraine, erwähnt werden. Diese wird in ihrer Heimat seit mehreren Monaten in Haft gehalten. Beobachter und Experten vermuten einen rein politisch motivierten Prozess und kritisieren dabei die offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen in dem osteuropäischen Land. Lobenswerter Weise hat die EU-Kommission angekündigt, dass ihre Politiker die EM 2012 boykottieren werden. Ähnliches hörte man aus den deutschen Regierungsreihen. Allerdings hat diese Ankündigung aus Deutschland nicht sonderlich lange gehalten. Bereits im Viertelfinale gegen Griechenland saß Angela Merkel im Stadion. Was bedeuten schon die Menschenrechte, wenn Deutschland endlich mal Griechenland eine reinwürgen kann???

 

gez.: ElSchnuppero

 

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