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Gepostet on Sep 3, 2012 in News, Recht | Keine Kommentare

Trotz Gesetz weitere Abzocke in Warteschleifen

Trotz Gesetz weitere Abzocke in Warteschleifen

Zum 1. September 2012 trat mit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes ein Gesetz gegen Abzocke in Warteschleifen in Kraft. Mit diesem sind die ersten zwei Minuten in Warteschleifen für den Anrufer kostenfrei, unabhängig davon, ob der Anruf vom Festnetz- oder Mobiltelefon erfolgt. Wird innerhalb dieser zwei Minuten das Gespräch nicht entgegengenommen, wird die Verbindung getrennt.

 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hatte sich intensiv für eine gesetzliche Regelung der Kostenfreiheit von telefonischen Warteschleifen eingesetzt. „Mit dem neuen Gesetz endet somit der Ärger über teure Warteschleifen, mit dem sich so mancher Anbieter jahrelang ein willkommenes Zusatzeinkommen gesichert hat“, so Lina Ehrig, Referentin für Telekommunikation und Medien beim VZBV. „Einige Anbieter haben ein einträgliches Geschäftsmodell gestrickt, bei dem Anrufende möglichst lange in einer teuren Warteschleife gehalten wurden. Auch seriöse Unternehmen haben solche Zusatzeinkünfte gern genommen“, kritisierte die Referentin.

 

Im Jahr 2011 mussten Kunden für telefonische Warteschleifen knapp 150 Millionen Euro ausgeben, wie Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, zu Beginn des Jahres erklärte. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) warnt vor Abzocke der Verbraucher durch telefonische Servicehotlines. Im Branchenverband sind die Mobilfunknetzbetreiber Vodafone, Telefónica, E-Plus und weitere Mobilfunkprovider organisiert. Die Telekommunikationsbranche sei von den neuen Regelungen jedoch nicht überzeugt, wie Jürgen Grützner, der Geschäftsführer des Branchenverbands VATM, dem Tagesspiegel erklärt: „Viele Unternehmen haben das aber noch gar nicht mitbekommen.“

 

Bis zum Juni 2013 besteht eine Übergangslösung, nach der nachgelagerte Warteschleifen noch kostenpflichtig sein können, bevor die endgültige Regelung am 1. Juni in Kraft tritt. Dann dürfen Warteschleifen auch bei Sonderrufnummern nur noch mit einem Festpreis oder Kostenfreiheit für die Warteschleife genutzt werden.

 

Weitere Informationen zur neuen Regelung finden Sie auch bei der Bundesnetzagentur, dem VZBV und der Bundesregierung.

 

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