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Gepostet on Jun 12, 2012 in News | Keine Kommentare

Kopfgeld 2.0 – Wie eine Bremer Firma neue Mitarbeiter sucht

Kopfgeld 2.0 – Wie eine Bremer Firma neue Mitarbeiter sucht

10.000 Euro oder ein iPad verspricht ein Bremer Software Hersteller für die Vermittlung eines Softwareentwicklers.

Geht man in dieser Woche durch den Bremer Hauptbahnhof fallen einem Plakate mit der fetten Schlagzeile „iPad oder 10.000 Euro“ auf. Wer denkt, es handele sich um ein Gewinnspiel, irrt ein wenig. Es geht eher um eine Vermittlungstätigkeit. Wer der Firma einen Mitarbeiter empfiehlt, den diese einstellt, kann sich aussuchen, ob er oder sie ein iPad möchte oder lieber die 10.000 Euro. Was sich lustig anhört ist allerdings von der Bremer Software-Firma sehr ernst gemeint.

Die Tradesignal GmbH ist ein international tätiges Unternehmen, das eine Software für die Analyse von Börsendaten herstellt. Um im internationalen Rennen die Nase vorn zu haben, möchte es die permanente Weiterentwicklung schneller vorantreiben. Deshalb wurden mit konventionellen Mitteln fleißig Programmiererinnen und Programmierer gesucht, leider mit wenig Erfolg.

 

Deshalb geht Tradesignal mit ihrer Kampagne „iPad oder 10.000 Euro“, die sie auch per E-Mail und über ihre Social Media Kanäle, wie Facebook und Google Plus verbreitet, neue Wege, um zusätzliches Personal zu finden. Die Gründe führt Sebastian Schenck, Head of Sales & Marketing bei der Tradesignal GmbH so aus: „Wir suchen schon lange neue Mitarbeiter, mal mit mehr, mal mit weniger Engagement. Wir haben auch unsere Ansprüche in den letzten drei Jahren gesenkt, trotzdem kam fast niemand für uns in Frage."

Dabei macht das Unternehmen, das in der Nähe der Bremer Universität seinen Sitz hat, eigentlich einen guten Eindruck. Es gibt Gleitzeit, keine Überstunden, freie Getränke, regelmäßige Massagen und ein Spielezimmer u.a. mit einem Billard- und einem Kicker-Tisch. Für viele sicher eine Traumfirma, aber Schenck merkt an: „In der internationalen IT-Branche ist das keine Besonderheit, sondern eher noch mittleres Niveau.“ Trotzdem fragt man sich, warum diese Firma es so schwer haben soll, ein paar Mitarbeiter zu finden.

Der Verein Deutscher Ingenieure sieht die Gründe im sogenannten Fachkräftemangel. Erneut warnte der VDI auf der CeBIT 2012 davor, dass beim Fachkräftemangel in der IT-Branche keine Besserung in Sicht sei. Im Gegenteil, waren im Dezember 2010 noch 21000 Stellen unbesetzt, waren es im gleichen Monat im Jahr 2011 bereits über 30000 Jobs, die keinen Abnehmer fanden. Die Gründe liegen meist darin, dass es zu wenig Absolventen in Deutschland gibt und die Firmen andere Qualifikationen suchen, als an den Hochschulen oder auch in der Ausbildung zum Fachinformatiker gelehrt wird.

So verwendet das Bremer Unternehmen z.B. Computersprachen, die eindeutige Vorteile bei der Verarbeitung von großen Datenmengen bieten. Diese Sprachen werden auch von anderen Software-Firmen z.B. in der Spiel-Entwicklung, der Flugsicherung oder in der Autoindustrie verwendet, nur werden sie heute nicht mehr unterrichtet.

Auf die Frage, ob die Firma schon mal mit Headhuntern gearbeitet habe, sagt der Geschäftsführer der Tradesignal GmbH, Jürgen Mittelstaedt: „Nein haben wir noch nicht, sowohl aus moralischen Gründen, wir möchten auch nicht, dass unsere Leute abgeworben werden, als auch aus finanziellen Gründen, wobei die ethischen Überlegungen überwiegen. Lieber geben wir einen Teil des Geldes, dass wir sonst an Headhunter bezahlen würden, an ganz normale Leute, die uns helfen.“ Mit einem Lächeln ergänzt Schenck: „Eine Social-Media-Recruitment Kampagne finden wir eigentlich ganz natürlich. Der Gedanke, dass jemand jemanden kennt, der vielleicht für uns arbeiten möchte, liegt ja nahe, wir haben nur den Anreiz, darüber nachzudenken, etwas attraktiver gestaltet.“

Zu guter Letzt sei noch angemerkt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tradesignal, im Gegensatz zum sonst üblichen Verfahren, nicht von dieser Aktion ausgeschlossen sind.

Na dann, Weidmannsheil!

Quelle

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