Pages Menu
TwitterRssFacebook
Categories Menu

Gepostet on Mai 31, 2012 in Marketing | Keine Kommentare

Der Weg ist das Ziel. Und der Ton macht die Musik.

Der Weg ist das Ziel. Und der Ton macht die Musik.

Zum Start von Global2Social greifen wir auf eine unterhaltsame 3teilige Interviewreihe mit dem Titel "Der perfekte Liebesbrief – Werbung in eigener Sache" von und mit Stefan Gottschling, einem der Spezialisten für verkaufsstarke Texte und Inhaber des SGV-Verlags, zurück, die wir Ende 2011 auf AGITANO veröffentlicht haben.

Die Gespräche mit Herrn Gottschling sind angelehnt an das neue SGV-Buch mit dem gleichnamigen Titel. Das Buch zeigt augenzwinkernd, wie man meisterhaft "verkauft", was jeder Mensch in seinem Leben mehrmals anbietet: sich selbst! Mehr zum Liebesbriefbuch mit Leseprobe finden Sie hier.

Im ersten Interview wurde die Gleichung "Liebesbrief = Werbebrief" hinterfragt. Im zweiten Teil setzen wir uns mit der Herangehensweise und der Sprache auseinander.

 

Herr Gottschling, wie geht man denn an die Sache heran, wenn man einen Liebesbrief schreiben will?

Erst mal sollten Sie sich Folgendes fragen: Wer ist dieser Mensch, dem Sie schreiben? Was mag er, was gefällt ihm nicht? Und natürlich auch: Was verbindet Sie? Welche gemeinsamen Erlebnisse machen diesen Menschen so wichtig für Sie? Kennen Sie sich schon lange, sind Sie bereits seit Jahren ein Paar, oder ist der Brief Ihr Liebesgeständnis und soll der Anfang einer Beziehung sein? All das beeinflusst das weitere „Vorgehen“. Wenn ich wieder den Bogen in die Werbung schlage: Da sammeln wir Daten, versuchen so viel wie möglich zu erfahren, überlegen: Wenn einem Kunden „dieses“ gefällt, könnte ihm auch „jenes“ gefallen. Wer verliebt ist, sammelt ebenfalls „Daten“: Mag sie Rosen? Welches Parfum ist sein Lieblingsparfum? Wo treffe ich den Wunschpartner? Welche Vorlieben gibt es? Und so weiter.

Und wie sieht es mit der Briefform aus? Darf ich Motiv-Briefpapier verwenden, Parfüm drauf sprühen und so weiter? Oder ist das heute „out“?

Sie fragen mich Sachen! Ich würde sagen, das ist Geschmackssache. Mal grundsätzlich: Natürlich kommen Liebesbotschaften heute per SMS oder auch per Mail. Die Tipps im Buch helfen deshalb nicht nur beim Schreiben auf Papier. Am besten ist es auch hier, den Geschmack des Empfängers zu treffen. Im Zweifelsfall gilt aber: Schlicht bleiben. Denn was zählt, ist schließlich der Inhalt!

Was die sprachliche Form betrifft, ist es schon einfacher, „Regeln“ zu formulieren. Die sind ganz klar und an die Werbesprache angelehnt. Also: Machen Sie Absätze, am besten nach Sinnabschnitten. Kontrollieren Sie die Rechtschreibung. Versuchen Sie Wortmonster à la „Liebesnachrichtenempfängerin“ und Bandwurmsätze zu vermeiden. Und „schwafeln“ Sie nicht. In der Kürze liegt die Würze! All diese Faktoren machen Ihren Brief leicht zu lesen. Denn auch hier gilt – wie beim Werbetext: Der Schreiber muss sich plagen, nicht der Leser (lacht). Und natürlich sollte der Brief von Hand und leserlich geschrieben sein. Da gibt’s dann natürlich auch die Typen, die dazu einen besonderen Stift, den Füllfederhalter, besonderes Papier oder besondere Musik brauchen. Die besten Texte entstehen, wenn man sich wohlfühlt.

Ein paar Punkte zur Sprache haben Sie uns schon genannt. Aber man sagt ja immer: „Der Ton macht die Musik“. Was empfehlen Sie dem Briefschreiber denn hier?

Ganz richtig: Es kommt immer darauf an, wie ich etwas sage. In welcher Tonalität. Dabei sollten Sie vor allem darauf achten, dass Sie authentisch bleiben. Wer im Liebesbrief ein pompöses Blasorchester auffährt, im normalen Leben aber eher schüchtern die Blockflöte spielt, wirkt nicht echt. Ganz klar, ein Liebesbrief ist etwas Besonderes. Man darf ein bisschen großspuriger sein – aber halt in der richtigen Tonspur! Beispiel Anrede: Hier sollten Sie einfach überlegen, was Sie im „echten Leben“ sagen würden. Wenn Sie der Frau Ihrer Träume auf der Straße begegnen, sagen Sie ja auch nicht „Sehr verehrte Manuela“ (lacht). Diese Grundregel gilt übrigens für den gesamten Brief.

Herr Gottschling, vielen Dank für die Hinweise zur Herangehensweise und zur Sprache. Dies macht einiges deutlicher.

Im dritten Teil des Interviews werden wir uns abschließend über die Inhalte, die richtige Ansprache und die Aufforderung zur Reaktion unterhalten. Dann bis morgen.

Das Interview führte Oliver Foitzik (Herausgeber von AGITANO & Global2Social / Geschäftsführer der FOMACO GmbH).

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

  • RSS
  • Facebook
  • Google+
  • Twitter
  • Pinterest