Bioprinting: Einmal Kobe-Rind zum Ausdrucken!
Für Tierliebhaber brechen paradiesische Zeiten an, denn das US-Unternehmen Modern Meadow will eine Technik entwickeln, mit der Fleisch und Lederprodukte mittels Bio-Tinte per 3D-Drucker hergestellt werden können. Gleichzeitig soll das durch Bioprinting erzeugte Fleisch auch eine bessere Ökobilanz aufweisen.
Das Verfahren des Bioprinting, das sogenannte Tissue Engineering, ist nicht neu. So werden bereits Gewebe für medizinische Zwecke, wie etwa in der Pharmazie oder für Transplantationen, hergestellt. Beim Einsatz von Bioprinting in der Lebensmittelproduktion soll nun essbares Fleisch aus lebenden Zellen aufgebaut werden. Wie aus dem Förderantrag beim US-Landschaftunternehmen von Modern Meadow hervorgeht, soll das Fleisch mit einer Bio-Tinte gedruckt werden, die verschiedene Zelltypen wie Muskelfaser-, Fett- und Bindegewebszellen enthält. Ziel ist zunächst eine essbare Scheibe von 1×2 cm Größe und einem halben Millimeter Dicke. Das auf diese Weise gedruckte Fleisch muss dann noch in einem Bioreaktor reifen.
In der Fleischproduktion werden von der Aufzucht bis zur Schlachtbank Unmengen Wasser und Getreide verbraucht, Massentierhaltung ist aufgrund ethischer Aspekte zudem kaum vertretbar. Die Forschung arbeitet daher permanent an fleischlosen und ökologischen Alternativen zur aktuellen Fleischproduktion und entwickelt regelmäßig neue Produkte, beispielsweise im Rahmen des EU-Projekts LikeMeat. Im März 2012 wurde hierbei am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising bereits eine entsprechende Pilotanlage errichtet. Ausgangsstoffe des zu 100% vegetarischen Schnitzels sind Weizen, Erbsen, Lupinen und Soja. Die Pflanzenproteine werden dabei mit Wasser vermischt, aufgekocht und langsam abgekühlt. Beim Abkühlen beginnen die Eiweißmoleküle dann Ketten zu bilden, so dass eine faserige Struktur entsteht, die der von Fleisch sehr ähnlich ist. Die Pilotanlage der vegetarischen Schnitzelfabrik produziert ein rund ein-Zentimeter-dickes Endlosfleisch, 60 bis 70 Kilo pro Stunde. Konsistenz und Biss seien bereits gut. Mit dem Fleischdrucker von Modern Meadow würde sich nun eine nichtvegetarische aber ökologische Variante zur klassischen Fleischproduktion auftun. Was die Verbraucher von dem Fleisch halten, bleibt allerdings abzuwarten.




